Employer Branding Risiken – wenn die Chance verspielt wird
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Employer Branding Risiken – wenn die Chance verspielt wird

Employer Branding (Herausbildung einer Arbeitgebermarke) ist eine tolle Sache. Wenn man sie richtig und ehrlich herausarbeitet. Doch wie oft finden wir austauschbare Arbeitgeberwerte und Nutzenversprechen (Employer Value Proposition – EVP) in Stellenanzeigen und auf Karrierewebseiten?

 

Werte die man schon hundertmal in den verschiedensten Anzeigen von Unternehmen gelesen hat. Alle EVP’s kratzen mehr oder weniger an der Oberfläche, anstatt mehr in die Tiefe des eigenen Unternehmens zu gehen. Was macht einen da als Arbeitgeber noch einzigartig, wenn alle flexible Arbeitszeiten anbieten und sich als junges, innovatives Unternehmen darstellen?

 

Was macht ein gutes EVP aus?

Effektive Employer Value Propositions kennzeichnen sich durch folgende Kriterien aus:

  • Sie unterstützen die Identifikation und Glaubwürdigkeit des Unternehmens bei den Mitarbeitern und Führungskräften.
  • Sie unterscheiden sich von anderen Arbeitgebern und machen deutlich, wer kulturell zum Unternehmen passt (und wer nicht).
  • Sie begünstigen unternehmerische Veränderungen und richtet sich nach den zukünftigen Unternehmenszielen.

 

Diskrepanz zwischen Arbeitgebermarke und Arbeitsalltag

Spiegelt das beschriebene Employer Branding nicht das wieder, was einem als Mitarbeiter über Stellenanzeigen und Image-Kampagnen versprochen wurde, drohen Unternehmen enormer Reputationsverlust in der Öffentlichkeit und Vertrauens- und Identifikationsverlust bei seinen eigenen Mitarbeitern. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und des Internets verbreiten sich schlechte Arbeitgeberbewertungen wie ein Lauffeuer, was man kaum noch kontrollieren kann. Besonders auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie Kunuu.de und glasdoor.de sowie den Sozialen Netzwerken Facebook und Xing sprechen sich schlechte Bewertungen schnell rum.

Aus diesem Grund sollten sich Personaler hin und wieder auf diesen Plattformen bewegen und sich Ihre Bewertungen genauestens anschauen. Wie redet die Öffentlichkeit von uns? Was sagen ehemalige aber bestehende Mitarbeiter über unser Unternehmen? Sollte sich hier ein Bild der Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität herauskristallisieren, sollte schnellstens gehandelt werden. Denn laut der Studie „Employer Branding: Talente finden, die zu Marke passen“ von Brand & Trust ist der eigene Mitarbeiter schneller weg, als einem lieb ist, wenn Selbstbild und Fremdbild nicht übereinstimmen.

  • 76% der Arbeitnehmer werden zu aktiven Kritikern ihres Arbeitgebers (z.B. auf Kunuu.de)
  • 63% der Arbeitnehmer, die einen deutlichen Unterschied von kommunizierten und gelebten Werten ausgemacht haben, sind bereit ihren Arbeitgeber zu wechseln

 

Ursachen von falschen Versprechungen

Oft ist es keine Absicht, seitens des Arbeitgebers, sich positiver ins Licht zu rücken, als es der Realität entspricht. Führungskräfte bzw. Vorstände schätzen, laut der Brand & Trust Studie, die Unternehmenswerte und -leistungen generell besser ein, als die eigenen Arbeitnehmer. Employer Value Propositions werden häufig von Führungskräften ausgearbeitet. Diese schätzen die Werte als Arbeitgeber falsch ein und entwickeln so eine nicht authentische Arbeitgebermarke.

Dabei spiegelt ein Unternehmen sich in seinen Mitarbeitern und nicht nur in seinen Führungskräften wieder. Was sind das für Menschen, die hier arbeiten? Was treibt sie an? Ist es nicht logischer die eigenen Arbeitnehmer zu fragen, was sie an ihrer Arbeit lieben, warum sie hier arbeiten und was vielleicht verbessert werden könnte? Nur so gelangt man in die Tiefe des Unternehmens, den eigentlichen tragenden Kern.

 

Auswirkungen bei fehlender Authentizität

Gutes Employer Branding kennzeichnet sich durch Ehrlichkeit und Authentizität aus. Kommunizierte Arbeitgeberwerte sollten auch im Unternehmen gelebt werden.  Mit einer guten, gemeinsam mit Mitarbeitern, entwickelten Arbeitgebermarke, bekommt das Unternehmen genau das Personal, welches es sich wünscht.

Welche Auswirkungen hat aber eine austauschbare Arbeitgebermarke mit fehlender Authentizität?

  1. Einstellung von falschem Personal –
  2. Sinkender wirtschaftlicher Erfolg –
  3. Reputationsschäden
  4. Hohe Arbeitsbelastung der bestehenden Mitarbeiter
  5. Negative Weiterempfehlung

 

Fazit

Unternehmen sollten Ihr Selbstbild genau unter die Lupe nehmen und auch mal über ihren eigenen Tellerrand schauen z.B. in die Sozialen Netzwerke. Wie sehen uns die anderen? Passen kommunizierte Werte und Leistungen mit der Arbeitswirklichkeit überein?

Sollte dies nicht der Fall sein, überprüfen Sie Ihre Employer Value Proposition und nehmen Sie Ihre Mitarbeiter ins Boot. Sie sind der Grundpfeiler und geben Ihnen die fehlende Authentizität und Ehrlichkeit einer Arbeitgebermarke.

Wir als Employer Branding Agentur bieten Ihnen EVP-Workshops zusammen mit Ihren Mitarbeitern an und filtern so Ihre wahren Werte als Arbeitgeber heraus. Sprechen Sie uns an!